Ein kleines Weihnachtsmärchen

Nach den vielen süßen Rezepten gibt es heute ein Märchen zum Abschluss. Das Märchen ist meinem eigenen bekloppten Hirn entsprungen und wurde an meine PamK-Tauschparnterin Anna geschickt. Ich wollte meinem Paket noch etwas „Persönliches“ beilegen und bin dann auf die Idee mit diesem personalisierten Märchen gekommen. Macht euch schnell einen warmen Chai Latte, schnappt euch euren Kuchen im Glas und türmt Plätzchen und Pralinen auf einen Teller und macht es euch gemütlich. Denn jetzt wird es besinnlich.

Es war einmal ein kleiner Bär. Der lebte in Kowelenz in einer kleinen Höhle auf einem Berg, direkt neben einer furchtbar alten Festung. Die Menschen nannten sie Ehrenbreitstein, aber für den Bären war es einfach nur sein zu Hause. Da es Winter wurde, legte sich der kleine Bär schlafen. Er hatte vor sehr lange zu schlafen. So lange, bis draußen wieder die ersten Blümchen blühten. Und so schlief der kleine Bär ein und träumte von den vielen Fischen, die er in wenigen Monaten wieder würde verputzen können. Eines Nachts wachte der kleine Bär auf. Das war nichts Ungewöhnliches. Aber irgendetwas war dieses Mal ganz anders. Es war bitterkalt und die Welt um ihn herum war weiß und feucht und eben – bitterkalt. Wo waren die Blümchen? Und die vielen Fische? Und warum war es nur so dunkel und weiß und kalt? Der kleine Bär überlegte, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Er krabbelte aus der Höhle und schaute auf seine Festung. Hier war alles still. Nur das Knurren des kleinen Bärenmagens war zu vernehmen. Sehr laut und deutlich sogar. Der Bär schaute nach rechts. Und dann noch nach links. Irgendetwas stimmte hier nicht und zwar ganz gewaltig. Er kletterte den Berg herunter und zum Wasser hin. Im Mondlicht schimmerte das Wasser verführerisch, aber es war weit und breit kein Fisch zu sehen. Der kleine Bär fing an zu frieren, also lief er weiter. Über eine Brücke, über das Wasser. Vielleicht hatten sich die Fische ja alle auf der anderen Seite am Ufer versammelt? Aber auch hier war kein Fisch zu erkennen.

Der Bär wusste nicht, was er als nächstes tun sollte. Er hatte Hunger und fror. Also lief er weiter. Zunächst immer am Wasser entlang, in der Hoffnung doch noch einen Fisch zu entdecken. Irgendwann gab er auf. Das viele leere Wasser machte ihn nur noch hungriger und traurig. Also bog er stadteinwärts ab, weg vom Wasser. Im Sommer hatte er gesehen, wie sich die Menschen ernährten. Vor Ständen tummelten sie sich auf dem Platz der Festung und bekamen Päckchen von anderen Menschen überreicht. Vielleicht könnte er ja wie sie irgendwo etwas Essbares erhaschen. Aber da wo er lang lief, gab es keine Stände. Und auch keine anderen Menschen. Der kleine Bär merkte, wie sein Fell immer kälter und steifer wurde und sich kleine Eiskristalle an ihm festfroren. Ein kleines Tränchen formte sich in seinem rechten Augenwinkel, kullerte über sein Gesicht und blieb an seinem Fell hängen. Wie ein kleiner Kristall hing das Eistränchen an ihm. Kurz darauf kullerte ein zweites Tränchen aus seinem anderen Auge. Auch dieses Tränchen blieb in seinem Fell hängen. Da bemerkte er ein Mädchen, das an einem Fenster stand und ihm zuwinkte.

Das Mädchen hatte blonde Haare und ein liebes Lächeln. Sie winkte den kleinen Bären zu sich heran. Der Bär traute sich zunächst nicht, hatte man ihm doch beigebracht, sich von Menschen soweit es eben ging fernzuhalten. Aber dieses Mädchen schien ganz lieb und vertrauensvoll zu sein. Also trottete der kleine Bär auf das Haus zu. Als er in die Nähe der Tür kam, verschwand das Mädchen vom Fenster. Bald darauf öffnete sich die Tür und der Bär trat ein. Hier war es wohlig warm und irgendwie war alles so kunterbunt. Ganz anders als da draußen, wo es kalt und alles weiß war. Das Mädchen hieß Anna. Anna hatte am Fenster gestanden, um nach dem Weihnachtsmann Ausschau zu halten, denn es war Heiligabend. Da fiel ihr der kleine verfrorene Bär auf. Anna hatte Mitleid und holte dem Bären gleich mehrere Decken. Sie rieb ihm die Eiskristalle aus dem Fell. Nur die gefrorenen Tränchen übersah sie.

Der kleine Bär genoss die Wärme und Zuwendung, als sich sein Magen wieder zu Wort meldete. Anna erschreckte sich zunächst, dachte sie doch, der kleine Bär hätte sie angeknurrt. Der Bär deutete auf seinen Bauch, aus dem just zu diesem Augenblick das nächste Knurren zu vernehmen war. Anna sprang auf und holte ein kleines Päckchen hervor. In dem Päckchen waren nebst vielen kleinen Rentieren: Spekulatiuspralinen, Plätzchen, ein Kuchen, der in einem Glas steckte und ein Fläschchen mit einem würzig duftenden Sirup drin. Anna verschwand kurz in einem anderen Raum und kam mit zwei Bechern warmer Milch zurück. Sie nahm die Sirupflasche, schüttelte sie kräftig und goss etwas von dem Sirup zuerst in den einen Becher und dann noch etwas in den anderen. Sie reichte dem kleinen Bären einen der Becher. Der roch zunächst etwas skeptisch daran, war es doch kein Fisch, den man ihm da servierte. Anna nickte dem Bären aufmunternd zu und dieser nahm einen Schluck. Sogleich machte sich in seinem Bauch eine wohlige Wärme breit und in seinem Mund schmeckte es fantastisch. Würzig und süß zugleich. Dann reichte Anna ihm einen von den Plätzchen. Der Bär verschlang es sofort.

So saßen die zwei in Annas warmer Wohnung und verputzten alle Köstlichkeiten aus dem Päckchen. Anna erzählte davon, wie sie das Päckchen von einem fremden Mädchen namens Luna aus einer anderen Stadt namens Colonia bekommen hatte und wie sie selber dem Mädchen auch ein Päckchen mit selbst gemachten Köstlichkeiten zugeschickt hatte. Der Bär verstand. Wenn Menschen ihr Futter also nicht von anderen Menschen an irgendwelchen Ständen bekamen, schickten sie sich gegenseitig ihr Futter. Und so futterten der kleine Bär und Anna munter weiter, bis der kleine Bär pappsatt war und wieder sehr müde wurde. Anna bot dem kleinen Bären an, bei ihr zu übernachten. Aber der kleine Bär wollte die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren. Zudem vermisste er seine kleine Höhle oben auf dem Berg, neben der Festung. Und so verabschiedete er sich von der lieben Anna mit den blonden Haaren. Er hätte ihr gerne etwas zum Dank geschenkt, aber er besaß ja leider nichts. Da entdeckte Anna die beiden Tränchen, die noch immer zu Kristallen gefroren im Fell des kleinen Bären hingen. Der kleine Bär zupfte die Tränchen aus seinem Fell und gab sie Anna. Anna bedankte sich. Sie wusste auch schon gleich, was sie daraus machen würde. Wunderschöne Ohrringe. Die sammelte sie nämlich und zudem bastelte sie unheimlich gerne. Der Bär drückte Anna noch zum Abschied und verschwand dann in die Nacht. Aus den Tränchen hat Anna tatsächlich kleine Ohrringe gebastelt, und wie durch ein weihnachtliches Wunder sind die Tränchenkristalle bis heute nicht geschmolzen sondern baumeln noch immer an ihren Ohren. Ende.

Zum Abschluss noch ein Foto von dem ganzen Paketinhalt: Bethmännchen, Choco Crossies, Walnusstaler, Marshmallow-Fudge, Eierlikörkonfekt, Spekulatiuspralinen, Kokosmakronen, Zimtsterne, Marmorkuchen, Chai Sirup, das Weihnachstmärchen, ein paar Servietten, ein Rentier-Weihnachtsstrumpf und die gefrorenen Bärentränen in Form von Ohrringen. Ich hoffe Anna hat die Post aus meiner Küche erfreut und geschmeckt. Eine frohe Adventszeit euch allen!

Post aus meiner Kueche

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