Topfenknödel an Pflaumenröster

Topfenknoedel an Pflaumenroester

Ich – hasse – Reste. Angefangene Döschen, halb leer gegessene Verpackungen. Mag ich überhaupt nicht. Ich fühle mich dann immer so unter Zeitdruck. Entweder ich verwerte die Reste schleunigst, oder es gammelt vor sich hin und landet schlussendlich im Müll. Bei der großen Hungersnot weltweit kann mein Gewissen sich so eine Verschwendung kaum erlauben. Mein Geldbeutel auf Dauer auch nicht. Und so kam es, dass ich nach einer Idee für die halbe Packung Magerquark suchte. Quarkdip zu Pellkartoffeln! Früchtequark! Noch mehr Quark kaufen und einen Käsekuchen backen! Ja ja — alles gut, aber irgendwie reizte mich nichts davon. Bis ich dann an mein liebes Österreich denken musste. Nein, ich bin kein Ösi – leider. Nur Kölnerin – zum Glück. Und in Wien gibt’s doch alles mit Topfen. Topfenknödel, Topfenstrudel, Topfenpalatschinken, Topfenockerln,… Moment! Was war das? Topfenknödel? Topfenknödel! Aber ja! Die Suche war beendet. Topfenknödel sollten es sein. Bei Chefkoch habe ich ein umstrittenes Rezept gefunden. Das sollte es sein. Nur ein klitzekleines bisschen verfeinert. Topfenknödel á la Luna sozusagen.

Für ca. 12 kleine Topfenknödel braucht man:

  • ca. 250g Quark
  • 2EL Zucker
  • 70g weiche Butter
  • 70g Hartweizengrieß
  • eine Prise Salz
  • Geduld

Da sich beim Originalrezept viele über die zu weiche Konsistenz des Knödelteiges beschwert haben, habe ich den Quark vor der eigentlichen Verarbeitung erst einmal seiner überschüssigen Feuchtigkeit entledigt. Dafür habe ich am Morgen ein Sieb mit einem Baumwolltuch ausgekleidet. Den Quark da rein gekippt, und die überstehenden Tuchenden über dem Quark eingeschlagen. Sieb auf eine Schüssel gesetzt und bis mittags ignoriert. Das Tuch saugt so einiges an Flüssigkeit aus dem Quark. Die Gefahr eines zu matschigen Teiges war somit schon im Keim erstickt. Den so getrockneten Quark mit den restlichen Zutaten vermischen und wieder ignorieren. So 30-60 Minuten lang sollte man das aushalten können. In der Zeit kann man sich schon mal um den Pflaumenröster kümmern, der zwar üblicherweise aus Zwetschgen gekocht wird, aber mangels Zwetschgen eben aus Pflaumen hergestellt werden musste. Schmeckt genauso gut, und sobald es eingekocht ist, merkt man den Unterschied eh nicht mehr.

Hierfür bitte bereit halten:

  • 500g Pflaumen
  • 100ml Wasser
  • 1 Zimstange
  • 5 Nelken (ganz)
  • 100g Zucker
  • ggf. ein Schuss Rum

Die Pflaumen waschen, halbieren und entsteinen. Wasser mit Zucker, Nelken und der Zimtstange in einer Pfanne aufkochen. Die Nelken bitte abzählen, die müsst ihr später nämlich alle wieder rausfischen, und es hilft ungemein, wenn man weiß, wie viele von den Dingern man zuvor in die Pfanne geschmissen hat. Wer keine Kinder zu füttern hat, gibt noch einen Schuss Rum dazu. Pflaumenhälften zu der Zucker-Würz-Mischung in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze vor sich hin köcheln lassen. Die Pflaumen sollen schön weich werden und die Sauce dickflüssig. Wenn dieser Punkt erreicht wurde, die Sauce etwas auskühlen lassen. Zimtstange und Nelken rausfischen. Ach, die Knödel! In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen und Hitze reduzieren. Aus dem Teig mit feuchten Händen 12 kleine Knödel formen und ins heiße Wasser geben. Knödel ca. 15 Minuten köcheln/simmern (nicht kochen) lassen. Topf von der Platte ziehen und Knödel noch weitere 5 Minuten ziehen lassen. In der Wartezeit die Bröselmischung vorbereiten aus:

  • 1EL Butter
  • 75g Semmelbrösel
  • 1TL Zucker
  • ½ TL Zimt

Alle Zutaten in eine Pfanne geben, bei leichter Wärmezufuhr zu Bröseln vermischen. Von der Platte nehmen. Die Knödel mit einem Schöpflöffel aus dem heißen Wasser nehmen, etwas abtropfen lassen und direkt in der Bröselmischung wälzen. Noch warm mit dem Pflaumenröster servieren. Wer mag, streut noch etwas Puderzucker über die Topfenknödel. An Guadn, alle miteinand!

5 Gedanken zu „Topfenknödel an Pflaumenröster

  1. :D Jetzt wo du es sagst sehe ich das Gesicht auch :))

    Davon abgesehen sieht es aber einfach nur megalecker aus. Vor allem stehen Topfenknödel schon SOOOOO lange auf meiner To-Do-Liste. Danke für die Erinnerung! Jetzt hab ich Hunger :)

    Liebe Grüße, Ann-Katrin

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