Sigara böregi

Sigara Böregi

Ninive sammelt bei Zorra orientalische Rezepte, die auch einem Sultan würdig wären. Jetzt hab ich zwar schon das ein oder andere Mal etwas Orientalisches essen dürfen, das auch authentisch war und nicht bloß von der Dönerbude nebenan kam (man muss schon sehr in seiner eigenen Welt leben, um mitten in Köln keine türkischen, marokkanischen oder sonstigen morgenländischen Freunde und/oder Bekannte zu haben), aber selbst hatte ich noch nie orientalisch gekocht. Es ist schließlich viel leichter sich orientalisch bekochen zu lassen, als sich selbst damit auseinanderzusetzen. Aber für Ninive wollte ich das ändern. Zumindest the easy way. Deshalb habe ich mich auch für Sigara böregi entschieden. Zigarrenröllchen. So idiotensicher, dass selbst ich es hinkriegen müsste. Also ab zum Türken meines Vertrauens und dreieckige Yufkablätter, Kräuter und Käse besorgt. Die Yufkablätter gibt es schon in dieser dreieckigen Form zu kaufen. Wer nur runde oder eckige Blätter findet, muss sie sich halt zu Recht schneiden. Beim Käse war ich mir so was von sicher, dass die Türken hier Schafskäse oder Ziegenkäse für verwenden würden. Ich also vorbildlich eine Packung Schafs-/Ziegenkäse aus dem Kühlregal geschnappt. Die Auswahl war aber so groß, dass ich lieber nochmal bei der netten Verkäuferin nachgehakt habe, ob ich denn auch die richtige Packung erwischt hatte. Hatte ich natürlich nicht. Vor allem deshalb, weil man für die Zigarrenröllen wohl traditionell Weichkäse aus Kuhmilch verwendet. Gut, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Aber wer bin ich, um einer türkischen Verkäuferin keinen Glauben zu schenken? Käse aus Kuhmilch also. Sie führte mich zur Käsebedienungstheke und zeigte mir den richtigen Käse. Auf dem Schild stand „Böreklik“ und es handelt sich hierbei um einen Käse, der aus Kuhmilch und Pflanzenfett besteht und dadurch eine sehr cremige Konsistenz erhält (wenn ich ehrlich bin, haben mich Konsistenz und Geschmack an eine Ziegenfrischkäserolle erinnert, aber wir wollen ja authentisch bleiben, also zurück zur Kuhmilch). Käse also gekauft und gleichzeitig noch etwas Dill und eine Menge Petersilie eingepackt. Für ca. 25 Sigara böregi benötigt man:

  • 1 Packung Yufkablätter (ca. 360g)
  • 600g Böreklik (Weichkäse aus Kuhmilch)
  • 1 großer Bund Petersilie
  • 1 kleiner Bund Dill
  • Pfeffer
  • ca. 200ml Olivenöl

OK, gleich vorneweg, ich hab die Zigarrenröllchen nicht ganz so authentisch zubereitet, wie ich es eigentlich vorhatte. Normalerweise werden sie nämlich in heißem Fett ausgebacken. Ich habe sie stattdessen aber rundum mit Öl bepinselt und dann im Backofen schön knusprig werden lassen. Der Sultan möge mir verzeihen. Abgesehen davon wird hoffentlich alles andere originalgetreu zubereitet worden sein. Und zwar so: Böreklik in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerkrümeln. Petersilie und Dill waschen, trocken schütteln (ich wickele dafür die nassen Kräuter in etwas Küchenkrepp und schleudere sie ein wenig über der Spüle hin und her) und ganz fein hacken. Zum Böreklik geben. Gut vermischen und bei Bedarf noch mit etwas Pfeffer abschmecken. Bloß kein Salz, davon steckt im Käse schon genug. Die Yufkablätter so vor sich hinlegen, dass die Spitze von einem weg zeigt. Die Blätter einzeln dünn mit Öl bepinseln. Am unteren (breiten) Ende etwas von der Käsemasse der Länge nach verteilen und zwar so, dass unten, rechts und links ein ca. 2cm breiter Rand frei bleibt. Nicht zu viel Käse verwenden (ca. 1-2cm Durchmesser), sonst platzen euch die Zigarrenröllchen später ggf. auf.  Nun die beiden Ecken rechts und links einklappen, so dass ihr die Enden der Käsemasse bedeckt. Den unteren Teil des Yufkablatts nach oben über die Käsemasse klappen, und alles zur Spitze hin aufrollen. Die rohen Sigaras auf einem Teller zwischenlagern, bis ihr alle Yufkablätter befüllt habt. Backofen auf 200°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auf einen flachen Teller etwas Öl gießen. Die Zigarrenröllchen durchs Öl rollen, etwas abtropfen lassen und auf das Backblech geben (am besten mit der Spitze nach unten, damit die Sigaras sich beim Backen nicht wieder aufrollen). Wenn das Backblech voll ist, das selbige für ca. 12-15 Minuten in den Ofen schieben, bis die Zigarrenröllchen knusprig und braun sind. Uns haben die Röllchen am besten lauwarm geschmeckt. Aber auch kalt waren sie am nächsten Tag noch sehr sehr lecker. Ich selber werde beim nächsten Mal aber weniger Kräuter benutzen. Der Käse war einfach zu lecker.

Blog-Event LXXXV - Aus Sultans Küchen (Einsendeschluss 15. März 2013)

4 Gedanken zu „Sigara böregi

  1. Ohh, die ersten Börek- Börek ist glaube ich meine Lieblingsspeise aus der Türkei, in allen Variationen. Dieses klassische (wobei auch ich auf Schafskäse geschworen hätte) in der Zigarrenform sieht zu appetitlich aus…. schnappe mir gleich eins. Und finde die Idee im Backofen auszubacken ganz gut, in der Pfanne sind die Sigara glaub ich schwieriger in Form zu halten.
    Dankeschön! Sagt Ninive

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