Marzipan-Rhabarber-Gugl

Marzipan-Rhabarber-Gugl 2

Ich muss sagen, ihr Blogger infiziert mich. Beeinflusst mich mehr als die ausgeklügelten Werbespots, die man im TV sieht. Da sitzen ganze Teams beim Brainstorming, der Entwicklung und dem Shooting über Wochen zusammen. Ganze Berufsgruppen beschäftigen sich nur mit diesem einem Medium und dann seid es doch ihr, liebe Blogger, die mich am meisten beeinflussen, wenn es ums Geld verbraten geht. Nach gefühlten 487 Posts über kleine Pralinenkuchen konnte auch ich irgendwann nicht mehr umhin, mir eine Guglform samt Buch (wenn schon, denn schon) zum Geburtstag zu wünschen. Und seit 2 Monaten erfreue ich mich nun an diesem niedlichen Traum in pink. Auch meine Kollegen durften sich schon über eine Ladung Apfel-Zitrone-Gugl freuen. Keine Sorge, euch zeige ich die Apfelgugl auch noch, wenn ich sie das nächste Mal backe. Heute müsst ihr mit einem Rhabarberrezept vorlieb nehmen.

Das Rezept verlangt nach einer ¼ ausgekratzten Vanilleschote. Ehrlich gesagt kommt es für mich nicht in Frage eine Vanilleschote nur zum Teil auszukratzen. Hätte ich nicht noch so viel von dem Vanilleextrakt, würde ich mit den restlichen ¾ einfach einen neuen Grundstock anlegen, aber so musste eine Alternative her. Glücklicherweise lag dem Päckchen von Dr.Oetker ja die Vanillemühle bei. Super. Wie für mich gemacht. Anstatt eine arme, unschuldige Vanilleschote unnötig zu malträtieren, mahle ich mir einfach die benötigte Vanille in den Teig. Halleluja, die Vanilleschote darf leben. Aber auf zum Rezept.

Für 18 Gugl benötigt ihr:

  • 45g Butter
  • 45g PuderzuckerMarzipan-Rhabarber-Gugl
  • 8 Umdrehungen mit der Vanillemühle
  • 1EL Amaretto
  • 1 Ei
  • 50g Mehl
  • 45g Rhabarber
  • 25g Marzipan
  • 20g Sahne
  • 1TL Zucker
  • ein wenig Mehl zum Wenden

Ofen auf 210°C vorheizen. Im Rezept steht zwar, man solle die Form ausmehlen und fetten, aber das kann man sich getrost sparen. Bei meinen ersten Gugl habe ich das noch gemacht. Am Ende hatte ich kleine Fettpfützen in der Form und um die Gugl. Im Teig ist schon so viel Butter, die reicht vollkommen, um ein Ankleben zu verhindern. Zumindest hatte ich selber bisher nie Probleme, die Kuchenpralinchen aus der Form zu lösen. Rhabarber schälen und in winzige Würfel schneiden. Marzipan ebenfalls in winzige Würfelchen schneiden. Beide Zutaten jeweils in etwas Mehl wenden. Butter schaumig schlagen und mit Puderzucker, gemahlener Vanille und Amaretto glatt rühren. Ein Ei unterschlagen. Abwechselnd Mehl, Rhabarber- und Marzipanwürfelchen untermischen. Sahne mit einem Teelöffel Zucker steif schlagen und unter den Teig heben. Die fertige Masse am Besten mit Hilfe eines Spritzbeutels in die Guglform füllen. Ca. 15 Minuten backen, etwas auskühlen lassen und aus der Form stürzen.

Leider sieht man den Rhabarber überhaupt nicht im Teig. Vielleicht hätte ich ihn nicht schälen sollen. Dummerweise schmeckt man den Rhabarber aber auch überhaupt nicht. Marzipan und Vanille kommen geschmacklich wesentlich besser zur Geltung. Beim nächsten Mal werde ich entweder mehr Rhabarber verwenden oder aber gleich darauf verzichten. Dann habe ich Marzipan-Vanille-Gugl und keiner wundert sich darüber, dass man von der ominösen Hauptzutat (hier eben der Rhabarber) nix sieht und nix schmeckt. Zudem würde ich mir einen lästigen Schnibbelschritt (ich und winzig kleine Würfel werden niemals enge Freunde werden) ersparen. Ich weiß, ich tu den Würfelchen hier Unrecht. Sie sind manchmal absolut notwendig, aber etwas grob zu würfeln liegt mir definitiv eher im Blut.

Die Vanillemühle von Dr.Oetker ist für mich ab heute ein unerlässlicher Begleiter in der Küche. Es widerstrebt meiner Natur eine Vanilleschote nicht im Ganzen aufzuschlitzen, um ihr jede einzelne ihrer Samen zu entlocken. Eine ¼ Schote? Nicht bei mir. Da kommt nur noch die Mühle zum Einsatz. Und wenn irgendwo Vanillezucker verlangt wird, ich aber gerad keinen da hab, erhöhe ich einfach die benötigte Zuckermenge ein ganz kleines wenig und mahle etwas von der Dr. Oetker-Vanille mit in den Teig. Wirklich super praktisch und Kunden- und Umweltfreundlich finde ich ja, dass man die Mühle problemlos aufschrauben kann und wieder befüllen kann, sollte sie mal leer sein. Man muss sich also nicht jedes Mal eine neue Mühle kaufen, sondern nimmt einfach einige Vanilleschoten, schneidet sie samt Mark in grobe Stücke, so dass sie in die Mühle passen und Voilá!, zig weiteren Mahlvergnügen steht nix mehr im Wege. Eigentlich hätte ich zur Mühle ja einen Verbesserungsvorschlag gehabt. Nämlich, dass es echt dufte wäre, wenn man den Mahlgrad selber einstellen kann. Da kommt nun doch wieder der TV-Werbespot ins Spiel. Obwohl ich nämlich eine leidenschaftliche Leserin von Kleingedrucktem auf Verpackungen bin (ich lese sogar die Anwendungshinweise von Shampoo, wenn ich unter der Dusche darauf warte, dass die Spülung einzieht oder in der Drogerie an der Kasse stehe), habe ich völlig überlesen, dass Dr. Oetker so eine Mahlgradeinstellung schon längst und von vorneherein eingebaut hat. Das Entwicklerteam hat halt mitgedacht. Hätte aber die nette Werbestimme aus dem Off nicht erzählt, dass man mit der Mühle sowohl fein als auch grob mahlen kann, ich hätt’s wohl immer noch nicht bemerkt. Dabei ist es sooo einfach. Mühlkopf nach oben bzw. unten drücken, und schon hat man grobe bzw. feine Vanillekrümel. Ich bleibe also doch noch auf Reklame angewiesen.

Und da im Küchenplausch immer noch Rhabarberrezepte gesammelt werden, geb ich denen auch noch schnell Bescheid:

23 Gedanken zu „Marzipan-Rhabarber-Gugl

  1. Also ich schäle Rhabarber ja nie nie nie-ich finde es nämlich auch immer total schade wenn die schöne rosa Farbe verschwindet! Sehen aber trotzdem total lecker aus…
    Ja mit dem infizieren ist das so ne Sache, ich liebäugele auch schon länger mit einer Mini-Gugl-Form, aber da ich erst gestern wieder 2 neue Formen angeschleppt habe, weiß ich wer hier bald im Dreieck springt-in diesem Sinne: Keep on baking ;-)

    VG Bella

  2. Oha, daß sich die Mühle befüllen lässt, ist mir neu. Find ich aber prima.
    Immer her mit den Gugl-Rezepten, auch wenn die vielleicht nicht nach dem schmecken, wie sie heißen! Stammt das Rezept aus einem der Bücher (oder kann ich mal wieder nicht lesen & Du die Herkunft bereits im Text erwähnt)? Ich habe die Form nämlich zweimal mit zwei unterschiedlichen Büchern geschenktbekommen; backe aber irgendwie nie daraus. Eben wegen der krummen Zutaten wie 1/4 Vanilleschote, nach denen die Rezepte aus den Büchern verlangen.

  3. Hallo Luna,

    hmmm das liest sich so lecker, Rhabarber und Marzipan hab ich noch nie kombiniert, kann es mir aber toll vorstellen! Ich werde auch ganz oft durch andere Blogs infiziert und dazu gebracht, mir neuen Küchen-Krimskrams zu kaufen – solche Gugl-Förmchen hab ich allerdings noch nicht, NOCH nicht ;-)

    Liebe Grüße,
    Kirsten

  4. Ha Luna, jetzt hast du es geschafft und mich vollends zum Kauf dieser Vanillemühle überzeugt. Seit Wochen schleiche ich schon um dieses Teil herum, nicht wissend ob man das nun brauchen kann oder nicht. Aber jaaa, jetzt will ich auch so eine :)
    Blogger sind wirklich fortschrittlichere Leute als die anderen da draußen, denn während man sich als Blogger kaum sagen traut, dass man noch keine Gugls gebacken hat (weil man dieses pinke!!! Teil nicht hat), wissen die Normalsterblichen noch nicht mal was ein Gugl ist. Googlen ja, aber Gugl??
    Deinem Titel nach wollte ich mich mit meinem Rharbarber auch an die Rharbarbergugl machen, aber wenn mans eh nicht schmeckt, mache ich lieber Puddingtaschen draus (so, das hast du jetzt von deiner Ehrlichkeit!). Natürlich schließe ich jetzt den Kommentar mit dem üblichen „Deine Gugl sehen toll aus“ (tun sie auch :) ) und wünsche dir noch einen schönen Sonntag!

    • Dankeschöööööön. Vielleicht hab ich ja auch was falsch gemacht, aber wir haben tatsächlich nur Marzipan und Vanille geschmeckt. Hm, lecker waren sie zum Glück dennoch. Aber stimmt: die Miniform kennt man in der „normalen“ Welt da draußen wirklich nicht. Teils dachte man schon, ich hätte die Guglchen irgendwo gekauft, weil so kleine Förmchen kann’s ja nicht geben.

  5. Wie gross werden diese Gugl eigentlich? Sie sehen doch sehr klein aus ;-)
    Danke für die Erinnerung, dass ich mir mal wieder Vanille von MADAVANILLA bestellen sollte. Das ist meine Lieblingsvanille.

  6. Hallo Luna,
    Ich hab‘ diese gugl auch nachgebacken allerdings ein wenig abgeändert, weil ich marzipan nicht mag. Stattdessen gab’s rhabarber erdbeer gugl. Meine Würfel waren größer und daher haben die gugl sehr fruchtig und nach rhabarber geschmeckt.
    Ich erhöhe die Fruchtmenge generell immer, weil wir es gerne fruchtig mögen.
    Zuckersüße Grüße, Stephi

  7. liebe luna!
    knuffig schauen sie trotzdem aus, deine gugl! zum anbeissen! ganz egal, ob mit oder ohne rhabarber…
    und danke für den tipp mit der vanillemühle. ich schleiche da immer drum rum im laden aber hab sie noch nie gekauft. nach deinem post werd ich sie mir beim nächsten einkauf definitiv schnappen!
    alles liebe!
    nadin

  8. Auf deine Apfel-Zitronen Gugl bin ich schon gespannt… mit Zitrone mhmmm deine Kollegen haben sich sicher wie die Verrückten darüber her gemacht.
    Und schon hast du für Oetker das erste Produkt getestet :) ich bin leider nicht so eine die sich so klein gedrucktes durchliest – daher VIELEN DANK für den Hinweis das man den Mahlgrad ändern kann :D ich dachte auch schon, da kommt doch irgendwie zu viel raus :D *vorsichhinkicher*

    :*

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