Rhabarber-Sirup ♥

RhabarberSirup

Als ich vor einiger Zeit auf Facebook fragte, was ich mit dem gekauften Rhabarber anstellen könnte, schlug Anikó Rhabarbersirup vor. Das Rezept, das sie mir empfahl sollte mit Erdbeerrhabarber zubereitet werden. Aha. Und was ist das nun schon wieder? Offenbar gibt es Rhabarber zu kaufen, der sowohl außen als auch innen rot ist. Soso – und woher bekomme ich den nun? Ich habe zwei Wochen lang in verschiedenen Supermärkten danach gesucht und nix gefunden. Irgendwann habe ich eine Rewe-Mitarbeiterin um Rat gefragt. Sie erklärte mir, dass der rot-rote Rhabarber eigentlich der grün-rote Rhabarber ist, nur halt länger „gereift“ bevor er geerntet wurde. Sprich: der Rhabarber, den man am Anfang der Saison erntet ist innen grün, der, den man am Ende der Saison erntet, ist innen rot. Ach sooooo ist das. Also lautet hier die Devise: warten, bis der Rhabarber von selbst rot geworden ist? Nnnnnnein!!! Denn Juliane hat mir gezeigt, dass man auch aus grünem Rhabarber roten Sirup rausbekommt. Wie das? Der Trick lautet, lediglich den Rhabarber nicht zu schälen. Die rote Schale gibt so viel Farbe, dass der Sirup tatsächlich leuchtend-rot wird. Ich hab nicht dran geglaubt, im Topf sah’s eher blass-rosa aus, aber in der Flasche dann boom! – Farbexplosion. Ich kann also getrost auf den Erdbeerrhabarber pfeifen. Sicherheitshalber habe ich direkt Julianes Rezept nachgekocht (dass sie wiederum von Lena hat). Ich hätte ja erwartet, dass halbe Zutatenmenge am Ende auch halbe Sirupmenge ergeben würde, aber ich habe nur knapp einen halben Liter Sirup herausgepresst bekommen (es sollte eigentlich ein ganzer Liter werden) – und ich habe ordentlich gepresst, für wahr! Deswegen sogar Teile des ersten ESC-Halbfinales verpasst. Woran es liegt, dass ich so wenig Sirup herausbekommen habe, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht verdampft Kölsches Wasser schneller als anderswo. Haltet also für alle Fälle ausreichend Gefäße bereit. Vielleicht schafft ihr es ja doch mehr Sirup herzustellen. Das Nachkochen empfehle ich euch nämlich aufs Wärmste. Es ist leicht, lecker und hat eben eine Knallerfarbe.

Also, für ca. 0,5 Liter (also bei mir jedenfalls) werden benötigt:

  • 750g Rhabarber
  • 500g Zucker
  • 225ml Wasser
  • Saft einer halben Zitrone

Rhabarber waschen, nicht (!) schälen und die Enden abschneiden und entsorgen. Den Rest der Stangen in kleine Stücke schneiden, in einem etwas größeren Topf mit dem Zucker vermischen und 2-3 Stunden ziehen lassen. Ja, es ist völlig normal, dass der Rhabarber dabei Wasser lässt. Das soll er auch. Nach dieser Wartezeit 225ml Wasser und den Saft einer halben Zitrone zufügen, durchmischen und auf dem Herd einmal aufkochen lassen. Danach ca. eine halbe Stunde bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Dabei wird der Rhabarber schön matschig und der Zucker löst sich vollends auf. Topf von der Platte ziehen und den Inhalt durch ein feines Sieb in einen zweiten Topf umfüllen. Den Rhabarbermatsch im Sieb mitRhabarber-Sirup einem Löffelrücken ordentlich auspressen. Im besten Falle läuft dabei keine eurer Lieblingssendungen, die ihr jetzt verpassen könntet. Die ausgepresste Flüssigkeit nochmal aufkochen lassen (Achtung, Achtung – bleibt neben dem Topf stehen, denn der Sirup kann auch ganz schnell überkochen. Erneut der Hinweis: nicht zubereiten, während eine eurer Lieblingssendungen im Fernsehen läuft. Wenn ihr nämlich nur gaaaaanz kurz ins Wohnzimmer huscht, um einen Blick auf besagte Sendung zu werfen, kann es schon zu spät sein und eurer Herd ist in Sirup getränkt und ihr verbringt den Abend damit eingebranntes Karamell von der Herdplatte zu kratzen. Und verpasst dadurch auch den Rest eurer Sendung – das sei hier nur so am Rande erwähnt). Den fertigen, noch kochend heißend Sirup in kochend heiß ausgespülte Flaschen mit Schraubverschluss füllen. Deckel drauf, Flasche für 5 Minuten auf den Kopf stellen, wieder rumdrehen und auskühlen lassen. Sicherheitshalber im Kühlschrank aufbewahren, wobei ich mir vorstellen könnte, dass ein kühler Keller auch OK ist, so lange die Flaschen sterilisiert waren.

Ganz klassisch konnte ich es mir natürlich auch nicht nehmen lassen mir aus dem Sirup eine Limo zu machen. Dafür etwas Sirup in ein Glas geben und mit Sprudelwasser auffüllen. Mit dem Sirup kann man aber nicht nur leckere Getränke mixen sondern auch backen. Darüber erzähle ich euch dann aber beim nächsten Mal mehr.

 

13 Gedanken zu „Rhabarber-Sirup ♥

  1. Oh Mann, ich habe noch Sirup aus dem letzten Jahr um Keller stehen! Ob der noch gut ist? So eine Limo mit fruchtigem Sirup ist schon was Feines.
    Beim Einreduzieren bekomme ich übrigens auch nie die Menge heraus, die im Rezept angegeben ist. Entweder bin ich mit zuviel Hitze unterwegs, oder ich schwuller einfach zuviel.

    • Kleiner Tipp. Gib einen Hitzeschutz auf die Waage und wieg vorher das Gewicht des Topfes. Dann wiegst Du einfach den Topf mit dem Sirup und ziehst das Gewicht vom Topf ab. Hast Du zuviel Flüssigkeit, dann weiter kochen und wiegen. Hast Du zu wenig, dann füge einfach die Differenz mit kochendem Wasser hinzu. Lass noch einmal kurz aufkochen. lg Anna

  2. Oh cool. Trink mal was davon. Wenn es in Zukunft dann nichts mehr bei dir zu lesen gibt, weiß ich, dass er sich doch nicht so lange im Keller hält. Auch wenn ich dann ziemlich traurig wär. Lass mal lieber dein Handmodel dran nippen. Und bezüglich der Menge: Ich geb ja zu, der Sirup ist mir auch aus dem Topf übergekocht, aber ein ganzer halber Liter war das bestimmt nicht, den ich da verloren habe.

  3. Rhabarbersirup steht wegen der Oxalsäure nicht auf dem Top meiner Liste, aber ich bin schon gespannt was Du daraus machst. Ich ersetze es dann mit meinem Rosensirup. :-) Sieht aber toll aus Dein Sirup! Schöne Farbe. Könnte auch Rose sein.

    Liebe Grüße
    Anna

  4. Ich habe auch gerade Rhabarber-Sirup gemacht. Daher bin ich sehr gespannt, was Du damit backen wirst. Mir fehlen da nämlich so ein bisschen die Ideen…
    Einen schönen Sonntag!
    Tanja

  5. Pingback: Nachgemacht und hausgemacht: Rhabarbersirup | kuechenlatein.com

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