Schnelle und leckere Speckschnecken

Kaese-Speck-Schnecken

Ich stehe total auf Spieleabende. Vor einigen Jahren, als das Geld gegen Ende des Studiums nicht mehr chronisch knapp war und ich eine ganze 2-Zimmer-Wohnung für mich alleine hatte, muss ich wohl versucht haben ein verdrängtes Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Binnen einen halben Jahres deckte ich mich mit allen erdenklichen Gesellschaftsspielen ein. Kaufte sie mir, ließ sie mir schenken…. Hatte ich doch zuvor nur ein altes Activity-Spiel (ein Geschenk zum 13. Geburtstag) und einige Kartenspiele (die üblichen zum Mau Mau oder Rommey spielen, letzteres in Kroatien selbst gekauft, da ich dort als Teenie einige Sommer lang von diesem Spiel besessen war), besitze ich nun alles von Karten über Activity, Tabu XXL, Was’n das, Scrabble, Ubongo, Ligretto bis hin zu Phase 10 Master, Jambo, Mastermind, Outburst und und und. Sogar ein Pokerkoffer hat sich mittlerweile dazu gesellt. Ich habe eine dunkle Ahnung, was da bei mir als Kind schief gelaufen sein könnte. Wenn ich als Kind mit meinen Eltern irgendwo zu Besuch war, wo es Lego-Steine gab, habe ich mich direkt auf diese gestürzt und ganze Luxusappartements gebaut. Ich habe dann im etwas fortgeschrittenen Alter meinen Eltern mal leise den Vorwurf gemacht, dass ich nie eigenes Lego-Spielzeug besessen habe. Unverständlicherweise haben sie mir direkt widersprochen. Angeblich hätte ich als ganz ganz kleines Kind – so klein, dass offenbar die Erinnerung bei mir aussetzt – mal Legos oder Bauklötze oder ähnliches besessen. Und angeblich hätte ich diese nie weggeräumt, bis mein Papa eines Tages alle Klötzchen und Steinchen in eine Tüte packte und diese mitsamt Inhalt einfach verschenkte. Ist das zu fassen? Der hat meine Steinchen – von denen ich sicher bin, dass ich sie nie besessen habe – einfach verschenkt. Und dann auch noch wegen so einem wahnwitzigen Grund, wie nicht aufgeräumt.  Als ob ich nie aufgeräumt hätte. Das ist doch ein Widerspruch in sich und zeigt ganz deutlich, dass mich meine Eltern hier nur betuppen wollen. Seht ihr doch auch so, oder? Jedenfalls bin ich mir 100%ig sicher, dass ich als Kind daheim nicht allzu viele Gesellschaftsspiele hatte. Also ich hatte schon welche, aber eben nicht so einen halben Schrank voll, wie jetzt. So, lange Rede kurzer Sinn: ich steh total auf Spieleabende.

Aus einem unerfindlichen Grund ist der letzte bei uns daheim ausgerichtete Spieleabend allerdings schon über ein halbes Jahr her. Schatz und ich waren zwar ein paar Mal bei Freunden zum Spielen verabredet, aber irgendwie sind wir nicht mehr dazu gekommen, die Meute deswegen auch mal wieder zu uns einzuladen. Dabei hat eine Kommilitonin von Schatz seit dem letzten Spieleabend schon ganz oft gefragt, wann’s denn endlich wieder den nächsten gibt. Ich befürchte, sie glaubt langsam, wir würden die einfach nur nicht mehr einladen. J.! Lass dir versichert sein: wir haben seit dem letzten Mal tatsächlich einfach nur keinen mehr ausgerichtet. Aber beim nächsten Spieleabend stehen du und dein Schatz ganz oben auf der Gästeliste. Und, wie du beim letzten Mal schon gemerkt hast, gibt’s dann auch wieder ein paar selbst gebackene Snacks von mir für uns. Vielleicht ja diese Speckschnecken. Die kennst du vielleicht noch nicht. Beim letzten Mal gab’s ja Muffins und Käsepuffer. Aber beim nächsten Mal, ja, da könnten es diese Speckschnecken werden. Und falls sie jemand bei Gelegenheit mal nachmachen will, dem sei gesagt: sie sind geil! Seitdem ich sie bei dem Polterabend einer Freundin probiert habe, mache ich die immer und immer wieder. Sind auch schnell gemacht. Ihr braucht nur:

  • 1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal)
  • 100g Schmand (oder Creme Fraiche)
  • 125g Speckwürfelchen
  • 100g geriebener Käse (z.B. Emmentaler, Gouda, …)

Ofen auf 220°C vorheizen. Blätterteig aufrollen, mit dem Schmand bestreichen und die Speckwürfelchen und den Käse gleichmäßig darauf verteilen, dabei an der oberen langen Seite einen ca. 3cm breiten Rand freilassen. Von der unteren langen Seite her den Blätterteig zu einer festen Rolle aufrollen und in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden. Diese Scheiben mit der Schnittkante nach oben nebeneinadner auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen. Ich hab am Ende meistens so viele Scheiben, dass ich zwei Bleche brauche. Voll belegtes Backblech jedenfalls für ca. 25Minuten (oder mehr, ggf. auch eher 35 Minuten) in den Ofen schieben, bis die Schnecken goldbraun gebacken sind. Blech rausholen, Schnecken etwas auskühlen lassen und servieren. Noch heiß, verbrennt man sich die Schnute. Aber irgendwie können wir’s nicht lassen. Empfehlen würde ich euch aber eher abzuwarten, bis die Schnecken nur noch lauwarm sind. Aber auch kalt schmecken sie noch 1a. Also eigentlich ein absoluter Allrounder für Spieleabende, Buffets, schneller Snack für den Videoabend… Mjamm, mjamm, mjamm.

7 Gedanken zu „Schnelle und leckere Speckschnecken

  1. Ich liiiiiebe deine Art zu schreiben, muss immer so schmunzeln… Hach, da kann man ja glatt neidisch werden :)

    Aber diese Schnecken musst du mir unbedingt vorbeibringen. Jetzt! Ne, ersnsthaft jetzt. Ich BRAUCH die jeeeeetzt!

  2. Die Dinger sehen köstlich aus! Ich habe meinen Mann gestern Abend gebeten, 10 Mal hintereinander „Speckschnecken“ zu sagen. Was hat der sich verhaspelt … An mir ist übrigens der weltgrößte Brettspielmuffel verloren gegangen. Nur Activity mag ich gern.

    • hmmmm, also grob geschätzt würd ich auch sagen, dass bei mir das teig-füllungs-verhältnis nicht unbedingt sooo ausgeglichen ist. die schnecken müssen ja auch stabil sein. ich habe nur gemerkt, dass sich schmand besser als creme fraiche eignet. die creme fraiche zerläuft extrem. vielleicht kannst du versuchen, die schnecken enger/fester zu rollen? dann dürfte der teig nicht mehr ganz so viel platz zum auseinandergehen haben.

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