Frikadellen – für mich am liebsten kalt

Frikadellen

Ich glaub, die sind verbrannt.“

–          „Die sind nicht verbrannt.“

Die sehen verbrannt aus.“

–          „Die sind NICHT verbrannt.“

Süße? Die sind verbrannt.“

–          „Ich weiß.“

Selbstgespräche sind die aufschlussreichste Form der Kommunikation in meinem Universum. Ich gebe zu, ich mache nicht allzu oft Frikadellen, aber wenn doch, endet jede erste Bratrunde in obiger Konversation. Warum? Weil ich die rohe Masse genau so forme, wie ich die Frikadellen am Ende haben will. In dem definitiven Wissen, dass sich die rohe Masse beim Braten noch verformt. Sie zieht sich zusammen, wird dadurch dicker und kleiner. Und? Höre ich auf mich und mein Wissen? Nö. Ich ignoriere mich geflissentlich und stelle dann am Ende des ersten Bratversuches fest, dass ich doch besser mal auf mich gehört hätte.

Aber glücklicherweise kann ich meinen immer wiederkehrenden Fehler in den nächsten Bratrunden wieder wettmachen, indem ich die rohen Fleischleibchen einfach platt drücke. Et voilà: Frikadellen, die innen durch, außen braun und im Gesamten sogar fototauglich sind.

Für ca. 8 Frikadellen benötigt ihr:

  • 500g Hackfleisch (gemischt)
  • 1 Ei
  • 4 Scheiben Toast oder ein Brötchen (vom Vortag, an der Luft ausgetrocknet)
  • etwas Milch (ich geh da nach Gefühl)
  • 1 Zwiebel (groß)
  • Salz, Pfeffer
  • Kräuter (gehackt, bei mir: eine halbe TK-Packung gemischte Kräuter oder Petersilie)
  • Öl zum Braten

Das trockene Brot bzw. Brötchen in einer Schüssel zur Hälfte mit Milch übergießen. Für ca. 10 Minuten bei Seite stellen, damit das Brot die Milch aufsaugen kann. Sollte das Brot in dieser Zeit die komplette Milch aufgesogen haben, noch etwas Milch nachgießen. Zwiebel schälen und in feine Würfelchen schneiden, zusammen mit dem Hackfleisch, dem Ei und den Gewürzen und Kräutern in eine große Schüssel geben. Das Brot leicht ausdrücken und mit zu den anderen Zutaten in die große Schüssel geben, dabei das Brot etwas auseinander rupfen. Mit sauberen Händen die Zutaten ordentlich zusammenkneten, bis ihr eine gleichmäßige Masse erhaltet.Frikadellen

In einer großen tiefen Pfanne ca. 0,5cm hoch Öl einfüllen und erhitzen. Aber Achtung: mittlere Hitze reicht vollkommen, sonst führt ihr demnächst auch obiges Selbstgespräch. Also merkt euch: zu hohe Hitze führt zu Kohle (bzw. verkohlten Frikadellen). Beides aktuell unerwünscht. Jedenfalls formt ihr nun mit leicht feuchten Händen eure Fleischpflanzerl. Und denkt dran: nicht zu dick formen. Sie werden beim Braten eh von selbst noch dicker. Eine Dicke von ca. 1cm reicht allemal. Nun die rohen Fleischlaibchen in das heiße Öl gleiten lassen. Wenn die Unterseite eine gesunde braune Farbe angenommen hat, bitte einmal wenden, damit auch die andere Seite kross wird. Zum Schluss lege ich meist noch einen Deckel für 1-2 Minuten auf die Pfanne. Danach hole ich die fertigen Frikadellen aus der Pfanne und lege sie auf einen Teller, den ich zuvor mit Küchenkrepp ausgelegt habe. So kann das Papier das überschüssige Fett von den Frikadellen aufsaugen. Sollten die Frikadellen trotz aller Vorsicht doch verbrennen, einfach die Hitze noch weiter runterschalten und die rohen Fleischlaibchen etwas platter drücken, so dass sie innen durchgaren ohne dabei von außen zu verkohlen.

Ich finde Frikadellen klasse. Sie schmecken auch noch kalt (mir selber kalt sogar besser als frisch aus der Pfanne) und lassen sich so gut auf Vorrat oder im Vorfeld für Partys zubereiten. Und wer weiß? Vielleicht lerne ich ja irgendwann aus meinen Fehlern, auf dass das ein oder andere Selbstgespräch demnächst nur noch in meiner Erinnerung verweilt.

5 Gedanken zu „Frikadellen – für mich am liebsten kalt

  1. oh lecker! ich liebe sie auch – die „Fleischküchle“
    und wundere mich übrigens auch immer, warum die Teile nicht auf das Burgerbrötchen passen, zu klein sind, obwohl ich doch in feinster Arbeit vorher die richtige Größe geformt hatte… *tzz

  2. Ja, lecker, lecker. Ich habe schon lange keine Frikadellen mehr gemacht. Jetzt habe ich Appetit darauf. Morgen bin ich Einkaufen, da darf dann eine Packung Hack in den Einkaufswagen wandern. :-D

    Liebe Grüße,
    Mari

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